Haben Sie zu Hause altes Silberbesteck, Münzen oder Schmuck liegen und fragen sich, was das eigentlich wert ist? Dann sind Sie nicht allein. Viele Menschen möchten Silber verkaufen, wissen aber nicht genau, wie der Preis zustande kommt oder welche Objekte überhaupt angekauft werden. Und genau hier entsteht oft Frust: Ein schönes Silberservice sieht wertvoll aus, der tatsächliche Ankaufspreis hängt aber fast ausschließlich vom Metallgehalt ab, nicht vom Design.
In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, wie der Silberpreis aktuell berechnet wird und welche Objekte Goldundwert ankauft. Von Silberbarren über Münzen bis hin zu Schmuck und Besteck erfahren Sie, worauf es bei Feingehalt und Punzierung ankommt und wie Sie den Ankaufspreis selbst einschätzen können. Außerdem erklären wir, welche Gegenstände kaum oder keinen Wert haben, und wie ein Verkauf bei Goldundwert konkret abläuft. So kommen Sie gut vorbereitet zu uns und wissen, was Sie realistisch erwarten können.

Wie der Silberpreis aktuell zustande kommt
Der Silberpreis wird rund um die Uhr an internationalen Rohstoffbörsen gehandelt und liegt aktuell bei etwa 58,36 €/oz. Dieser sogenannte Spotpreis ist die Grundlage jedes Ankaufsangebots, egal ob in Wien, Zürich oder Berlin.
Seriöse Ankäufer aktualisieren ihre Kurse im Fünf-Minuten-Takt, sodass der Silberpreis in Österreich jederzeit den echten Marktwert widerspiegelt.
So entsteht der konkrete Ankaufspreis:
- Der Spotpreis (€/oz) wird in €/g umgerechnet: 58,36 € ÷ 31,1 g = ca. 1,88 €/g für reines Feinsilber.
- Der Feingehalt des Objekts wird als Faktor angewendet: 925er Silber enthält 92,5 % Silber, also 1,88 × 0,925 = ca. 1,74 €/g theoretischer Metallwert.
- Ein marktüblicher Abschlag deckt Bearbeitung, Prüfung und eventuelle Schmelzkosten. Bei Feinsilberbarren fällt er am geringsten aus, bei Altsilber oder niedrigen Legierungen etwas höher.
Der Silberpreis in Österreich folgt denselben internationalen Bewegungen wie in Deutschland oder der Schweiz. Die LBMA legt zweimal täglich ein offizielles Fixing fest, das als globaler Referenzpunkt gilt. Lokal orientieren sich viele Marktteilnehmer zusätzlich an ÖGussa-Referenzpreisen.
Kurz gesagt: Gewicht mal Feingehalt mal Spotpreis ergibt den theoretischen Wert, minus einem transparenten Abschlag ergibt den Auszahlungsbetrag.
Silberbarren verkaufen: Die höchsten Ankaufspreise erzielen
Silberbarren sind die unkomplizierteste Kategorie beim Silber verkaufen, und das spiegelt sich direkt im Preis wider. 999er Feinsilberbarren in standardisierten Größen von 1 g bis 1 kg erzielen aktuell bis zu 1,62 €/g, den höchsten Ankaufskurs im gesamten Silberbereich.
Entscheidend ist der Herstellerstempel. Barren von anerkannten Prägeanstalten wie Heimerle+Meule oder Umicore werden bevorzugt behandelt, weil Echtheit und Reinheit sofort nachvollziehbar sind. Ungestempelte Barren erfordern zusätzliche Prüfschritte und erzielen entsprechend schlechtere Konditionen.
Den Originalumschlag aufbewahren lohnt sich. Eine beschädigte oder fehlende Verpackung beeinflusst zwar nicht den Materialwert, kann aber eine Nachprüfung nötig machen und den Prozess verlangsamen.
Altsilber ohne Stempel, sogenanntes remelted silver, erhält einen Abschlag von typisch 3 bis 8 % gegenüber gestempeltem Feinsilber. Der Grund: Der genaue Reinheitsgrad muss erst laboranalytisch bestätigt werden. Derselbe Mechanismus gilt übrigens beim Bruchgold verkaufen, wo unklare Legierungen ebenfalls zu Abschlägen führen.
Das Besondere an Barren: Die Preisberechnung ist fast reine Mathematik. Gewicht multipliziert mit dem aktuellen Kurs ergibt den Ankaufspreis, ohne Spielraum für Interpretation. Bei Schmuck oder Besteck kommen weitere Faktoren ins Spiel, doch dazu mehr in den folgenden Abschnitten.
Silbermünzen verkaufen: Österreichische Schilling-Münzen und Anlagemünzen
Münzen sind bei Silberverkäufern besonders beliebt, funktionieren beim Ankauf aber nach etwas anderen Regeln als Barren.
Anlagemünzen wie der Wiener Philharmoniker (999er Feinsilber) oder der kanadische Maple Leaf werden ähnlich wie Feinsilberbarren bewertet, also sehr nah am aktuellen Spotpreis. Der Grund: Ihr Feingehalt ist garantiert, die Prägeanstalt bekannt, die Prüfung damit minimal.
Österreichische Schilling-Silbermünzen sind komplizierter. Die Österreichische Nationalbank hat zwischen 1947 und 2001 Silbermünzen in verschiedenen Nennwerten geprägt, darunter 25, 50, 100 und 500 Schilling. Der Silberanteil variiert je nach Ausgabejahr und Serie erheblich, weshalb der genaue Jahrgang vor der Bewertung identifiziert werden muss. Bringen Sie Ihre Münzen daher mit, anstatt vorab einen Pauschalpreis zu erwarten.
Ein wichtiger Hinweis zum Sammlerwert: Beim reinen Metallankauf spielt er keine Rolle. Eine seltene Ausgabe und eine häufige Ausgabe mit identischem Silbergehalt erzielen denselben Ankaufspreis. Wer einen numismatischen Aufschlag erwartet, sollte einen spezialisierten Münzhändler aufsuchen. Das gilt übrigens genauso für Goldmünzen; wie der Ablauf bei Edelmetallankäufern vor Ort konkret aussieht, erklärt dieser Beitrag über den Bewertungs- und Auszahlungsprozess bei Gold und Wert in Bad Vöslau.
Münzen mit klar lesbarem Feingehalt-Stempel werden bevorzugt, da sie keine aufwändige Nachprüfung erfordern. Moderne Euro-Cents und andere Umlaufmünzen ohne Silberanteil werden nicht angekauft, sie haben schlicht keinen Edelmetallwert.
Silberschmuck verkaufen: Feingehalt schlägt Design
Ähnlich wie beim Münzverkauf gilt auch bei Schmuck: Der Metallgehalt bestimmt den Preis, nicht die Optik.
925er Sterlingsilber ist der weitaus häufigste Standard bei Silberschmuck und erzielt Ankaufspreise zwischen 1,09 und 1,29 €/g. Niedrigere Legierungen werden entsprechend weniger vergütet: 835er Silber liegt bei ca. 0,98 bis 1,14 €/g, 800er Silber bei 0,94 bis 1,10 €/g.
Der wichtigste Punkt für viele Verkäufer: Designwert, Markennamen und Handarbeit spielen beim Metallankauf keine Rolle. Eine aufwendig gefertigte Designerkette aus 925er Silber erzielt denselben Preis wie ein schlichter Ring gleichen Gewichts und gleicher Legierung. Entscheidend sind ausschließlich Gramm und Feingehalt.
Drei häufige Sonderfälle:
- Vergoldeter Silberschmuck wird nach dem zugrunde liegenden Silberreinheitsgrad bewertet. Die dünne Goldauflage ist so minimal, dass sie den Ankaufspreis nicht messbar beeinflusst.
- Schmuck mit Steinen oder Einlagen wird separat betrachtet. Steine werden herausgelöst oder einzeln bewertet; das Gesamtgewicht inklusive Stein entspricht nicht dem reinen Silbergewicht.
- Gemischte Legierungen (z. B. Gold-Silber-Verbund oder Bruchsilber) werden komponentenweise analysiert. Jedes Metall wird nach seinem jeweiligen Anteil vergütet.
Weitere Informationen zu Ankaufspreisen und Objektkategorien finden Sie in den aktuellen Beiträgen bei Goldundwert.

Silberbesteck verkaufen: Warum die Kategorie oft überrascht
Beim Besteck zeigt sich die größte Diskrepanz zwischen Erwartung und Realität, die wir im Ankauf erleben.
Echtes Silberbesteck mit mindestens 90 % Silberanteil erzielt rund 32,00 €/kg, bewertet nach Gesamtgewicht. Ob das Service vollständig ist oder nur einzelne Löffel vorliegen, spielt keine Rolle.
Das Problem: Die meisten Bestecksets aus Familienerbschaften sind nicht aus echtem Silber. Es gibt drei Kategorien, die man klar auseinanderhalten sollte:
- Echtes Silberbesteck (Punzierung „90″, „800″ oder „925″ am Stiel): ca. 32,00 €/kg
- Versilbertes Besteck (EPNS, Alpaka, WMF-Standardware): nur eine hauchdünne Silberschicht auf einem Unedelmetallkern, maximal 2,00 €/kg
- 18/10-Edelstahlbesteck: enthält kein Silber, wird als Metallschrott mit ca. 9,00 €/kg bewertet
Der häufigste Enttäuschungsgrund ist simpel: Familienstücke haben sentimentalen Wert, aber kein echtes Silber. Wer das vor dem Verkauf weiß, kommt mit realistischen Erwartungen und spart sich Frustration.
So erkennen Sie den Unterschied: Drehen Sie ein Stück um und suchen Sie am Stiel nach einer eingestempelten Zahl. „925″, „800″ oder „90″ bedeuten echtes Silber. „EPNS“ oder „18/10″ bedeuten, dass kein nennenswerter Silbergehalt vorhanden ist. Weitere Details zu Punzierungen und was sie beim Ankauf bedeuten finden Sie in unserer Übersicht.
Ankaufspreise im Überblick: Was 100 Gramm Silber wirklich wert sind
Jetzt, wo Sie wissen, welche Objektkategorie Ihr Silber gehört, stellt sich die entscheidende Frage: Was bedeutet das konkret in Euro?
Die folgende Tabelle zeigt Ankaufsrichtwerte auf Basis aktueller Marktdaten (2026), jeweils für 100 Gramm:
| Silbertyp | €/g | 100 g Ankaufswert |
|---|---|---|
| 999er Barren / Anlagemünzen | 1,59–1,62 | ca. 159–162 € |
| 925er Sterlingsilber | 1,09–1,29 | ca. 109–129 € |
| 835er Silber | 0,98–1,14 | ca. 98–114 € |
| 800er Silber | 0,94–1,10 | ca. 94–110 € |
| Altsilber ohne Stempel | 1,38–1,57 | ca. 138–157 € |
Ein paar wichtige Hinweise dazu:
925er Sterlingsilber erzielt etwa 67 bis 80 % des reinen Feinsilberkurses, weil nur 92,5 % des Gewichts tatsächlich Silber sind und Bearbeitungskosten abgezogen werden.
Altsilber ohne Stempel wird vorläufig als 999er eingestuft, erhält aber einen Abschlag von 3 bis 8 %, weil die tatsächliche Reinheit erst geprüft werden muss. Der endgültige Preis steht erst nach der Analyse fest.
Diese Werte sind Richtwerte, kein fixes Versprechen. Der Silberpreis aktuell bewegt sich täglich, und ein Angebot von Goldundwert basiert immer auf dem tagaktuellen Börsenkurs zum Zeitpunkt der Bewertung.
Punzierungen und Hallmarken lesen: So erkennt man den Feingehalt
Damit die Zahlen aus der Preistabelle auch wirklich auf Ihr Stück zutreffen, müssen Sie wissen, welchen Feingehalt Ihr Silber hat. Die Antwort steckt meist direkt auf dem Objekt.
Österreichische Zahlen-Punzierungen folgen einem gesetzlich geregelten System: 925 bedeutet 92,5 % Silber (Sterlingsilber), 835 steht für 83,5 % und 800 für 80 %. Diese Ziffern wurden per Punzierungsgesetz verbindlich festgelegt und sind die verlässlichste Information, die ein Stück tragen kann.
Ältere Stücke aus der Monarchiezeit tragen statt Zahlen oft bildliche Beschauzeichen oder Jahresbuchstaben. Diese lassen sich mit frei verfügbaren Referenztabellen österreichischer Punzierungszeichen entschlüsseln, die viele Ankäufer und Bibliotheken bereithalten.
Internationale Stücke erkennst du an anderen Symbolen: Britische Hallmarken zeigen einen schreitenden Löwen sowie ein Stadtzeichen, während deutsche Ware häufig den Halbmond-Krone-Stempel zusammen mit einer Feingehaltszahl trägt.
Wo suchen? Halte eine Lupe oder dein Smartphone im Makro-Modus bereit. Punzierungen sitzen am Innenbogen eines Rings, am Stiel von Besteck oder am Kettenverschluss.
Kein Stempel sichtbar? Kein Problem. Seriöse Ankäufer wie Goldundwert prüfen solche Stücke mit einem XRF-Analysegerät, das den Metallgehalt vollständig zerstörungsfrei misst und trotzdem ein verlässliches Ergebnis liefert.
Was beim Silberankauf wenig oder keinen Wert hat
Selbst wenn Sie die Punzierung eines Stücks perfekt lesen können, gibt es Kategorien, bei denen der Metallankauf schlicht kaum etwas auszahlt. Wer das im Voraus weiß, spart sich Enttäuschungen.
Versilberte Ware enthält kein massives Silber, sondern nur eine hauchdünne Auflage auf einem Träger aus Messing, Kupfer oder Alpaka. Der Materialwert liegt bei maximal 2,00 €/kg für Korpusware. Das ist kein Fehler im Angebot, sondern Mathematik: Die Silbermenge pro Kilogramm ist schlicht zu gering für mehr.
18/10-Edelstahl bezeichnet eine Chromnickelstahl-Legierung (18 % Chrom, 10 % Nickel). Silber ist darin nicht enthalten. Solche Stücke werden als Metallschrott bewertet, nicht als Silberartikel.
Dekorations- oder Sammlerwert zählt beim Metallankauf nicht. Eine antike Suppenterrine mit aufwändiger Gravur erzielt denselben Preis wie rohes Silber gleichen Gewichts. Wer den Liebhaberwert realisieren möchte, ist bei einem Auktionator oder Antiquitätenhändler besser aufgehoben.
Beschädigte oder stark verunreinigte Stücke können einen zusätzlichen Bearbeitungsabschlag erhalten. Eine einfache Grundreinigung vor dem Verkauf ist sinnvoll, aber kein Polieren mit silberangreifenden Mitteln, da diese die Oberfläche beschädigen können.
Dekorationsstücke ohne Punzierung, besonders moderne Ware aus Fernost, enthalten häufig kein Silber. Ohne nachweisbaren Stempel ist eine Prüfung unerlässlich, bevor ein Ankaufspreis genannt werden kann. Details zu den Rahmenbedingungen beim Ankauf finden sich in den AGB für den Edelmetalle Ankauf.
So läuft der Silberankauf bei Goldundwert ab
Wer jetzt weiß, was sein Silber ist und was es nicht ist, kann den nächsten Schritt angehen.
Goldundwert betreibt Ankaufsstellen in Wien und Bad Vöslau, sodass kein Versand nötig ist. Die persönliche Beratung vor Ort sorgt dafür, dass das Angebot auf dem tagaktuellen Live-Börsenwert basiert und jederzeit nachvollziehbar bleibt.
Der Ablauf in vier Schritten
- Objekte mitbringen – Schmuck, Barren, Münzen oder Besteck.
- Prüfung vor Ort – Punzierung und Gewicht werden kontrolliert.
- Preisberechnung – Spotpreis multipliziert mit dem Feingehalt, abzüglich eines klar kommunizierten Bearbeitungsabschlags. Keine versteckten Gebühren.
- Sofortige Auszahlung – direkt nach Annahme des Angebots.
Es gibt keine Mindestmenge. Ein einzelnes Silberarmband ist genauso willkommen wie ein vollständiger Besteckservice.
Wer vorab eine Einschätzung möchte, findet das aktuelle Ankaufsportfolio und die Preisübersicht auf goldundwert.at. Bei konkreten Fragen zum eigenen Silber lässt sich auch direkt Kontakt mit dem Goldundwert-Team aufnehmen, bevor man den Weg in die Filiale antritt.
Fazit: Mit realistischen Erwartungen mehr aus dem Silberverkauf herausholen

Drei Dinge bestimmen, was Ihr Silber wert ist: Gewicht, Feingehalt und der aktuelle Spotpreis. Dekorativer oder sentimentaler Wert spielt beim Metallankauf keine Rolle, egal wie aufwendig die Gravur oder wie alt das Familienerbstück ist.
Wer vor dem Verkauf die Punzierungen seines Silbers kennt und versilberte Ware von echtem Silber unterscheiden kann, vermeidet Enttäuschungen und kommt mit realistischen Erwartungen. Das Ergebnis: ein reibungsloser Ablauf und das bestmögliche Angebot.
Die Hierarchie bleibt einfach: 999er Feinsilberbarren und Anlagemünzen erzielen die höchsten Ankaufspreise, gefolgt von 925er oder 835er Schmuck und Besteck je nach Legierung. Versilberte Ware hat kaum Metallwert und wird entsprechend gering bewertet.
Den aktuellen Silberpreis in Österreich können Sie jederzeit auf goldundwert.at einsehen oder über öffentliche Börsenkurse verfolgen. Wer noch unsicher ist, welcher Kategorie sein Silber angehört, ist mit einem persönlichen Gespräch in Wien oder Bad Vöslau am besten beraten. Dort wird alles vor Ort geprüft, berechnet und transparent kommuniziert, bevor eine Entscheidung fällt.