Sie haben ein goldenes Armband in der Schublade liegen, brauchen kurzfristig Geld, und fragen sich: Könnte ich das als Pfand hinterlegen? Viele Menschen zögern genau an diesem Punkt, weil sie nicht wissen, wie viel ihr Schmuck wirklich wert ist, und Angst haben, beim Goldankaufspreis deutlich unter Wert behandelt zu werden. Diese Unsicherheit ist verständlich, aber sie muss nicht sein.
Denn die Bewertung von Schmuck als Pfand folgt keiner Geheimformel. Sie basiert auf drei klaren Faktoren: dem aktuellen Marktpreis des Edelmetalls, dem Feingehalt Ihres Stücks und dessen Gewicht. Wer diese drei Größen kennt, kann den Beleihungswert seines Schmucks schon zu Hause grob einschätzen, bevor er überhaupt einen Schritt in Richtung Pfandleihe macht.
In diesem Beitrag erklären wir Ihnen Schritt für Schritt, welche Schmuckstücke akzeptiert werden, was die kleinen Stempel auf Ihrem Ring bedeuten, wie die Berechnung konkret aussieht, und wann ein Pfandkredit sinnvoller ist als ein Verkauf. Kein Fachwissen erforderlich, nur etwas Neugier.
Warum viele zögern – und warum das nicht nötig ist

Viele Menschen haben einen Goldring oder ein Silberarmband in der Schublade, könnten kurzfristig Liquidität gebrauchen, und zögern trotzdem. Der Grund ist fast immer derselbe: die Angst, das Stück weit unter Wert abgeben zu müssen, ohne zu verstehen, wie das Angebot zustande kommt.
Dieser Ruf haftet Pfandhäusern seit Jahrzehnten an, und er war historisch nicht ganz unberechtigt. Heute folgt die Bewertung jedoch einer klaren, nachvollziehbaren Formel, die auf drei öffentlich zugänglichen Faktoren basiert: Gewicht, Feingehalt und dem aktuellen Marktpreis pro Gramm. Kein Bauchgefühl, kein Geheimwissen.
Bei Goldundwert kommt ein weiterer wichtiger Punkt hinzu: Der Beleihungswert wird auf Basis desselben Live-Börsenkurses berechnet wie ein Ankaufsangebot. Es gibt kein separates, niedrigeres Pfandpreissystem. Wer verstehen möchte, wie Ankaufspreise generell entstehen, findet eine ausführliche Erklärung im Leitfaden zum Thema Bruchgold verkaufen und wie der Ankaufspreis berechnet wird.
Wer die Methode kennt, kann das Angebot selbst grob überprüfen, bevor er das Gespräch betritt. Das verändert die Situation grundlegend: statt Unbehagen gibt es Orientierung.
Genau dieses Wissen vermittelt dieser Leitfaden, Schritt für Schritt: Punzierung lesen, Gewicht ermitteln, Formel anwenden.
Welche Schmuckstücke als Pfand akzeptiert werden
Bevor wir zur Berechnungsformel kommen, lohnt sich ein kurzer Blick auf die Grundvoraussetzung: Nicht jedes Schmuckstück eignet sich als Pfand.
Akzeptiert werden:
- Goldschmuck (Ringe, Ketten, Armbänder, Anhänger) mit lesbarer Punzierung
- Silberschmuck und Platinschmuck mit erkennbarem Feingehaltsstempel
- Münzen und Barren aus Gold oder Silber, da ihr Metallwert direkt und eindeutig ablesbar ist
Nicht akzeptiert werden:
- Ungestempelte Stücke ohne erkennbare Punzierung
- Vergoldeter Modeschmuck, der nur eine dünne Goldschicht über einem unedlen Grundmetall trägt
- Stücke mit unleserlicher oder fehlender Kennzeichnung
Der Grund ist einfach: Ohne lesbaren Stempel lässt sich die Metallzusammensetzung nicht zuverlässig verifizieren. Die Pfandleiherverordnung schreibt vor, dass Gewicht und Feingehaltsstempel bei Gold- und Silbersachen dokumentiert werden müssen, was den Stempel zur Pflichtangabe macht.
Ein wichtiger Hinweis zu eingearbeiteten Steinen: Diamanten, Rubine oder Smaragde werden im Standardverfahren nicht in den Beleihungswert eingerechnet. Bewertet und bezahlt wird ausschließlich der Metallanteil. Wer ein Stück mit wertvollem Steinbesatz hat, sollte vor einer Pfand- oder Ankaufsentscheidung eine separate Begutachtung in Betracht ziehen.
Wie der gesamte Bewertungs- und Ankaufsprozess bei Gold und Wert abläuft, zeigt unser detaillierter Ablaufbeitrag. Alles rund um die Pfandkonditionen findet sich zudem in den AGB Pfand.
Punzierungen lesen: Was die Stempel auf Ihrem Schmuck bedeuten
Dass ein Stück überhaupt als Pfand akzeptiert wird, hängt wesentlich an der Punzierung. Aber was genau sagen diese eingestanzten Ziffern aus?
Eine Punzierung gibt den Feingehalt an, also wie viel Prozent des Stücks tatsächlich reines Metall ist. Bei Gold sind die häufigsten Stempel:
| Stempel | Karat | Reingoldanteil |
|---|---|---|
| 333 | 8 Karat | 33,3 % |
| 585 | 14 Karat | 58,5 % |
| 750 | 18 Karat | 75,0 % |
| 999 | 24 Karat | 99,9 % |
Für Silber gelten die Stempel 800, 835 und 925, wobei 925 das bekannte Sterlingsilber bezeichnet. Platin wird mit 950, 995 oder 999 gekennzeichnet.
Wo sitzt die Punzierung?
Die Position variiert je nach Schmucktyp. Bei Ringen findet sich der Stempel an der Innenseite des Bandes. Bei Ketten und Armbändern suchen Sie am Verschluss oder am letzten Glied vor dem Verschluss. Bei Anhängern schauen Sie an der Öse.
Warum der Stempel so wichtig ist
Der Stempel 585 bedeutet konkret: 58,5 % des Gewichts sind reines Gold. Dieser Prozentsatz fließt direkt in die Bewertungsformel ein, die im nächsten Abschnitt erklärt wird.
Ist die Punzierung zu klein zum Lesen, hilft eine einfache Lupe. Bleibt sie unleserlich oder fehlt sie ganz, kann der Feingehalt im Zweifelsfall durch professionelle Analyseverfahren bei Goldundwert bestätigt werden, ohne dass Sie auf eine Schätzung angewiesen sind.
Die Formel: So wird der Beleihungswert Schritt für Schritt berechnet
Jetzt, da Sie die Punzierung kennen, fehlen nur noch zwei weitere Zutaten: das Gewicht und der aktuelle Marktpreis. Dann können Sie die Formel selbst anwenden.
Schritt 1: Gewicht ermitteln
Wiegen Sie das Stück auf einer Feinwaage mit mindestens 0,1 g Genauigkeit, solche Waagen sind im Handel bereits günstig erhältlich. Wichtig: Steine oder Perlen zählen nicht zum Metallwert, also nach Möglichkeit nur das reine Metall berücksichtigen.
Schritt 2: Feingehalt als Dezimalzahl ausdrücken
Lesen Sie die Punzierung ab und wandeln Sie sie um. Die Logik ist simpel: 585 wird zu 0,585; 925 wird zu 0,925. Diese Zahl gibt an, welcher Anteil des Gewichts tatsächlich reines Edelmetall ist.
Schritt 3: Tagespreis ermitteln
Bei Goldundwert basiert der aktuelle Goldankauf-Preis auf dem Live-Börsenkurs, der laufend aktualisiert wird. Der Preis variiert täglich, weshalb der Kurs zum Zeitpunkt der Bewertung zählt.
Die Formel:
Gewicht (g) × Feingehalt × Tagespreis (€/g) = Metallwert in Euro
Aus diesem Metallwert leitet sich der Beleihungswert ab. Je nach Anbieter und Marktlage werden üblicherweise zwischen 40 und 70 Prozent des Metallwerts angesetzt. Dieser Abschlag deckt Lagerung, Versicherung und mögliche Kursschwankungen während der Pfandlaufzeit ab. Das klingt nach Abzug, ist aber eine kalkulierbare, transparente Größe, kein willkürlicher Schätzwert.
Im nächsten Abschnitt sehen Sie die Formel anhand zweier konkreter Stücke durchgerechnet.
Zwei Rechenbeispiele aus der Praxis

Die Formel funktioniert am besten, wenn man sie an einem konkreten Stück durchrechnet. Hier sind zwei Beispiele, die zeigen, wie aus Gewicht und Punzierung ein tatsächliches Pfandangebot entsteht.
Beispiel 1: Goldring 14 Karat (Punzierung 585), 8 Gramm
Rechnung: 8 g × 0,585 × 66,32 €/g = 310,06 € Metallwert
Angenommen, es wird eine Beleihungsquote von 60 % angesetzt (der tatsächliche Wert wird im persönlichen Gespräch festgelegt), ergibt das einen Pfandkredit von rund 186 €, sofort ausgezahlt. Der Ring bleibt dabei Ihr Eigentum; Sie lösen ihn nach Ablauf der Laufzeit einfach wieder aus.
Beispiel 2: Silberarmband 925er Sterlingsilber, 22 Gramm
Die Rechnung funktioniert identisch: 22 g × 0,925 × aktueller Silberpreis pro Gramm. Da der aktuelle Silber- und Goldankaufspreis täglich schwankt, steht der genaue Eurobetrag erst beim Bewertungsgespräch fest. Die Methode bleibt jedoch immer dieselbe.
Was diese Transparenz bedeutet
Bei Goldundwert sehen Sie die vollständige Rechnung, nicht nur eine Zahl, die der Mitarbeiter nennt. Jeder Faktor, Gewicht, Feingehalt, Tagespreis, ist nachvollziehbar.
Ein wichtiger Hinweis: Der 14-Karat-Gold-Preis pro Gramm ändert sich täglich mit dem Spotpreis. Eine Schätzung, die Sie heute zu Hause durchrechnen, kann morgen geringfügig abweichen. Maßgebend ist daher immer der Live-Kurs zum Zeitpunkt der finalen Auszahlung.
Pfand oder Verkauf: Wann welche Option sinnvoller ist

Nachdem Sie nun wissen, wie der Metallwert Ihres Schmucks berechnet wird, stellt sich die eigentliche Frage: Pfand oder Verkauf?
Beim Pfand bleibt der Schmuck rechtlich in Ihrem Eigentum. Sie erhalten einen Kredit auf Basis des Metallwerts, und sobald Sie das Darlehen plus Gebühren zurückzahlen, bekommen Sie das Stück zurück. Die Laufzeit beträgt in der Regel bis zu 12 Monate, eine vorzeitige Auslösung ist aber jederzeit möglich. Die genauen Konditionen entnehmen Sie bitte den Pfandbedingungen bei Goldundwert.
Beim Ankauf übertragen Sie das Eigentum endgültig und erhalten den Kaufpreis sofort ausgezahlt. Das ist sinnvoll, wenn Sie den Schmuck nicht zurückhaben möchten oder dauerhaft Liquidität benötigen.
Die Bewertungsbasis ist bei beiden Optionen dieselbe, wie im Abschnitt zur Formel erläutert.
Unsicher, ob Sie den Schmuck zurückhaben möchten? Dann prüfen Sie zunächst das Pfandangebot. Wenn Sie das Stück am Ende doch nicht auslösen, wird es nach Ablauf der Laufzeit verwertet. Die Verkaufsoption bleibt also als Fallback bestehen, ohne dass Sie sich heute entscheiden müssen.
Kurz zusammengefasst:
- Pfand: Liquidität jetzt, Schmuck bleibt Ihrer
- Ankauf: Endgültige Auszahlung zum Bestpreis
- Bewertungsbasis: in beiden Fällen identisch
So arbeitet Goldundwert bei der Bewertung in Wien und Bad Vöslau
Egal ob Sie sich für Pfand oder Ankauf entscheiden: Die eigentliche Qualität eines Angebots zeigt sich im Bewertungsprozess selbst.
Bei Goldundwert erfolgt die Bewertung vor Ort und in Echtzeit. Der aktuelle Börsenkurs wird direkt im Gespräch herangezogen, nicht ein Kurs von gestern oder vorgestern. Zwischen Bewertung und Auszahlung entsteht kein Zeitverzug.
Professionelle Analyse statt Raten. Nicht jedes Stück trägt eine lesbare österreichische Punzierung, besonders ältere Erbstücke oder Schmuck aus dem Ausland. Der Feingehalt kann im Zweifelsfall durch professionelle Analyseverfahren bestätigt werden, unabhängig vom aufgedruckten Stempel. Das Ergebnis ist objektiv und nachvollziehbar.
Ihr Schmuck bleibt sicher und unberührt. Als verpfändetes Stück bleibt es bis zum Ablauf der Laufzeit im Pfandbesitz und wird sicher verwahrt. Ihr Stück wartet auf Sie.
Persönlich statt per Post. Gold ankauf Wien bedeutet bei Goldundwert: Sie bringen Ihren Schmuck persönlich in eine der beiden Filialen in Wien oder Bad Vöslau und erhalten das Angebot direkt. Kein Versandrisiko, keine Unsicherheit darüber, was mit dem Stück unterwegs passiert.
Die Bewertung folgt der im Abschnitt zur Formel beschriebenen Methodik: transparent, nachvollziehbar und ohne nachträgliche Korrekturen.
Häufige Fragen zur Pfandleihe
Noch ein paar praktische Fragen, die häufig gestellt werden, bevor jemand zum ersten Mal ein Pfandstück abgibt:
Wie lange kann ich mein Stück auslösen? Die Standardlaufzeit beträgt in der Regel bis zu 12 Monate, eine vorzeitige Auslösung ist jederzeit möglich; Sie zahlen dann nur die Zinsen und Gebühren für den tatsächlich genutzten Zeitraum. Die genauen Konditionen entnehmen Sie bitte den Pfandbedingungen bei Goldundwert.
Was passiert, wenn ich das Pfand nicht auslöse? Das Stück wird nach Ablauf der Laufzeit verwertet, wie im Abschnitt „Pfand oder Verkauf“ beschrieben. Der erzielte Erlös wird mit dem offenen Darlehensbetrag sowie den anfallenden Gebühren verrechnet. Ein etwaiger Überschuss steht Ihnen zu.
Ist mein Schmuck während der Pfandzeit sicher? Seriöse Pfandleihen sind gesetzlich zur sicheren Verwahrung verpflichtet. Bei Goldundwert wird das Pfandgut unter gesicherten Bedingungen gelagert und ausreichend versichert.
Muss ich einen Termin vereinbaren? Beides ist möglich. Sie können spontan vorbeikommen; wer Wartezeiten vermeiden möchte, vereinbart vorab einen Termin an einem der Standorte in Wien oder Bad Vöslau.
Gibt es einen Mindest- oder Höchstwert? Keinen gesetzlichen Mindestwert. Auch kleinere Stücke werden bewertet, sofern ein messbarer Metallwert vorhanden ist. Entscheidend ist allein der Feingehalt und das Gewicht des Metalls.
Fazit: Mit Wissen ins Gespräch gehen
Die Antworten auf die häufigsten Fragen zeigen: Die Pfandleihe ist klarer geregelt, als viele vermuten. Dasselbe gilt für die Bewertung selbst.
Wer den Stempel auf seinem Ring kennt, also etwa 585 für 14 Karat Gold, und den aktuellen Ankaufspreis für Gold pro Gramm nachschlägt, kann eine eigene Vorschätzung durchrechnen, noch bevor er das Geschäft betritt. Die Bewertungsbasis ist bei Pfand und Ankauf dieselbe, wie im Abschnitt zur Formel erläutert.
Goldundwert bietet an beiden Standorten in Wien und Bad Vöslau ein unverbindliches Erstgespräch, ohne Verkaufsdruck und mit vollständiger Offenlegung der Rechnung. Die Rechnung ist keine Blackbox, sondern eine nachvollziehbare Gleichung.
Der konkrete nächste Schritt:
- Punzierung am Schmuckstück lokalisieren (Innenseite des Rings, Verschluss der Kette)
- Gewicht grob schätzen oder mit einer einfachen Küchenwaage messen
- Den aktuellen 14-Karat-Gold-Preis oder 925er-Silber-Preis recherchieren und die Formel selbst anwenden
- Das Ergebnis beim persönlichen Gespräch mit dem Fachmann vergleichen
Wer so vorbereitet kommt, hat keine Grundlage mehr für Unsicherheit, nur noch für eine informierte Entscheidung.